Konservierung und Restaurierung

Die präventive Konservierung beschäftigt sich in erster Linie mit der Umgebung eines Objekts oder einer Sammlung: in diesem Sinne handelt es sich um eine indirekte Aktion. Doch im weiteren Sinne umfasst die präventive Konservierung auch direkte Massnahmen, wenn Schäden schon festgestellt wurden: die Bezeichnung dafür ist kurative Konservierung. Man muss eingreifen, bevor der Gegenstand noch mehr Schaden nimmt: zur Schädlingsbekämpfung beispielsweise kommt das Objekt in eine anoxische Umgebung; oder man verstärkt es, wenn die Gefahr besteht, dass es zerbricht oder zerreisst.
Man darf indes keinesfalls präventive Konservierung (kurative Konservierung inbegriffen) mit Restaurierung verwechseln: bei letzterer handelt es sich um einen unmittelbaren Eingriff in das Objekt, um seinen ursprünglichen Zustand vor der Beschädigung wiederherzustellen, damit es verständlich ist (indem ihm sein "normales" Aussehen wiedergegeben wird) oder damit seine ästhetischen Eigenschaften zur Geltung kommen.
In Frankreich ist man derzeit bemüht, so wenig wie möglich einzugreifen: man will die Spuren, die Zeugen der Geschichte des Gegenstands (selbst wenn sie manchmal unästhetisch sind) erhalten. Die Deontologie der Restaurierung hat drei Zielsetzungen: Lesbarkeit des Eingriffs (der Eingriff des Restaurators muss erkennbar sein), Umkehrbarkeit (der Eingriff muss reversibel sein), Stabilität (die Restaurierung darf die Konservierung des Objekts nicht gefährden).