Bedeutende politische und strategische Interessen

Die ersten Handpumpen, die ab 1715 nach Frankreich importiert werden, stammen aus Holland. Im Jahre 1719 bekommt die Stadt Rouen ihre erste Handpumpe, deren technische Mängel die Funktionsfähigkeit der Pumpe jedoch stark beeinträchtigen. Jahrzehnte lang wurde den Rouener Behörden von den Parlamentariern der Normandie ihre Untätigkeit in Bezug auf Brände vorgeworfen. Sie nutzen deshalb diese Gelegenheit, um ihr Prestige zurückzuerobern. Im Jahre 1720 fassen die Stadträte den Entschluss, von Rouener Handwerkern eine neue Pumpe herstellen zu lassen.
Der Stadtratsbeschluss lautete wie folgt:
„Bezüglich des Baus einer Pumpe zum Löschen von Bränden, die ausbrechen könnten: Da sich die Stadtpumpe bei den letzten Bränden als sehr nützlich erwiesen hat, erscheint es angemessen, eine zweite zu erstellen, möge ein Unternehmen vortreten, das vorgibt, ein Geheimnis zu haben, dieses aber nicht preisgeben will, um die besagte Pumpe zu bauen und für die es keine Bezahlung verlangt, bevor sie hergestellt ist und ihre Wirkung bewiesen hat...“
Es stehen derart wichtige politische Interessen auf dem Spiel, dass die Ratsherrn nicht nur die Erfindung von einem neuen Mechanismus verlangen, um die Leistung der Pumpe zu erhöhen (ein Geheimnis, das sie nicht preisgeben will), sondern auch die Bezahlung der Pumpe erst dann vornehmen, wenn sie ihre Leistung erbracht hat (für die keine Bezahlung verlangt wird, bevor sie hergestellt ist und ihre Wirkung bewiesen hat).