Die Jungfrau des Gelübdes von Lecomte

Auch wenn es sich bei dem Werk um eine monumentale Plastik handelt, ist diese Marienstatue jedoch kleiner als ihr Vorbild: die den Einwohnern von Rouen wohl bekannte Jungfrau des Gelübdes ziert seit 1954 die Kapelle im Südflügel des Rouener Doms. Die 1777 von dem Bildhauer L. Lecomte geschnitzte Skulptur ersetzte im 18. Jahrhundert eine ältere Marienstatue, die nach der großen Pest, von der die Stadt 1637 heimgesucht worden war, in „Jungfrau des Gelübdes“ umbenannt wurde.
Brunels Statue ist eine kleinere Ausführung der Jungfrau des Gelübdes. Das in den Armen der Mutter Schutz suchende Kind mit dem herunterhängenden, von dem Skulpturkörper losgelösten linken Arm ist deutlich erkennbar. Diese Statue wurde gewiss für einen Privatkunden zum Gedenken an ein bedeutendes Ereignis angefertigt.
Es sollte darauf hingewiesen werden - jedoch ohne Gewissheit -, dass das Jahr 1857 mit dem 500. Jubiläum der ersten Marienstatue übereinstimmt, die im Jahre 1357 im Chor des Doms aufgestellt wurde.