Eine originelle Bildgestaltung

Das Wesentliche spielt sich in der rechten Bildhälfte ab.

(1) Der allmählich verschwimmende rechte Winkel der Wand verschwindet schließlich vollständig hinter der Stuhllehne. Bei einer Verlängerung der Linie bis zum Fußboden, müsste sie eigentlich das hintere Stuhlbein durchlaufen; was aber schlichtweg unmöglich ist.

(2) Die eigentlichen Führungslinien dieser Bildhälfte bestehen aus der Türverkleidung und der Wandleiste. Beide Elemente hat Vallotton derart verfremdet, dass der Winkel der Wand hinter der Türverkleidung und der Wandleiste verschwindet, die in der Raumecke aufeinander treffen.

(3) Indem er die Perspektive der Leiste verändert, legt der Maler eine Fluchtlinie fest, die verlängert über den Zylinder hindurch auf den Türriegel - die Bildmitte - zuläuft. Als wäre es notwendig, diesen hervorstechenden Effekt des Türriegels noch zu verstärken, schafft der Maler eine weitere Fluchtlinie, die von der oberen Leiste des übertrieben schief über dem Stuhl hängenden Rahmens aus ebenfalls auf den Türriegel zuläuft. Der locker gegen den Stuhl gelehnte Stock zeigt auf die Ecke des goldenen Bilderrahmens.

(4) Der Bildaufbau ist genauestens durchdacht, jeder Gegenstand befindet sich an seinem festen Platz, insbesondere die Tür, deren Öffnung weder zu groß noch zu klein ausfallen darf, da sonst das gesamte Gleichgewicht und die Logik der Komposition zerstört würde. Durch sie werden Stuhl, Hut und Stock gezielt in das untere Viertel des Gemäldes eingeschlossen. Von dem Fluchtpunkt der Komposition angezogen - ein Anreiz, den noch das durch den Türspalt fallende intensive Licht verstärkt - wird das Auge auf den eigentlichen Bildgegenstand gelenkt: den Zylinder.