Félix Jasinski, der Hutliebhaber

Die verschiedenen Umbenennungen des Gemäldes sind eine kostbare Informationsquelle. Zum Zeitpunkt des nach dem Tod des Malers im Jahre 1925 erstellten Inventars trägt das Gemälde wie gesagt den Titel Interieur bei F. Jasinski. Bei einer eingehenden Untersuchung des Gemäldes bei seiner Aufnahme in die Sammlung des Musée Malraux wurde von einem Restaurator festgestellt, dass der obere Teil des Rahmens folgende Inschrift enthielt: Intérieur chez F Jasinski f Vallotton.

Bei Félix Jasinski handelt es sich nicht etwa um einen Unbekannten, sondern um einen in Paris lebenden Kupferstecher polnischer Herkunft. Im Jahre 1887 pflegt Félix Vallotton regen Umgang mit ihm. An seiner Seite erlernt er die Technik der Kaltnadel, die er zwischen 1887 und 1889 anwendet.

Das Jahr, in dem er die Innenansicht der Wohnung des Pariser Kupferstechers malt, fertigt er ebenfalls zwei Porträts ihres Besitzers an. Das Erste zeigt ihn in seiner Gravieranstalt (München, Privatsammlung). Das originellere, zweite Porträt wird 1887 im Salon ausgestellt. Durch das Gemälde mit dem Titel Félix Jasinski tenant son chapeau [Félix Jasinski seinen Hut haltend], das heute in Helsinki aufbewahrt wird, drückt Félix Vallotton seinen Willen aus, mit dem klassischen Kanon brechen zu wollen.