„Eine düstere Wissenschaft“

Die Vertreter der Phrenologie - der deutsche Arzt F.J. Gall (1758-1828) begründete diese „Wissenschaft der Schädelhöcker“ - behaupteten, die ethischen und intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen ließen sich angeblich durch Untersuchung ihrer Schädelhöcker bestimmen. Gall lokalisierte 27 Stellen, die ein Leseraster zum Verständnis der menschlichen Natur bilden (Güte, Hochmut, Eitelkeit, Destruktivität, Gedächtnis der Dinge, Kopfrechnen usw.). Um seine These zu untermauern, lässt er hunderte von Gipsabgüssen von Schädeln und Büsten berühmter Männern anfertigen: Raphaël, Dante, Marquis de Sade!
Wenn die Phrenologie auch nicht an den medizinischen Fakultäten Frankreichs unterrichtet wird, begeistern sich doch zahlreiche Vertreter der medizinischen Elite für diese Ideen: François Broussais gibt Privatkurse zu diesem Thema. 1831 wird in Paris eine Gesellschaft und sogar ein Museum gegründet.