François Flameng, „Seul sur le pont“ [Allein auf der Brücke]

Im Jahre 2004 erwarb das Musée départemental Victor Hugo mit der Unterstützung des FRAM 100 Originalzeichnungen von François Flameng (1856-1923) zur Illustration der Gesamtwerke von Victor Hugo; herausgegeben von Hetzel-Quantin (1885-1889) und bekannt unter dem Titel Album Flameng.

Diese Originalzeichnungen (Aquarellfarben, Gouache, Tusche auf weißem Papier) gleichen Formats (33 x 22,6 cm) befanden sich in einer kleinen Zeichenmappe, die in einem mit Buchbinderpapier verpacktem Karton aufbewahrt wurde.
Vermutlich sind nur zwanzig von ihnen ausgestellt worden (Klebereste oder kleine Nadellöcher an den Ecken). Diese Zeichnungen verschiedenster Künstler dienten der Veröffentlichung einer Reihe von Abzügen, die die Librairie Hébert zur Verschönerung der Sammlerexemplare zum Verkauf anbot.

Die nebenstehende Zeichnung: Allein auf der Brücke illustrierte den Band: Actes et Paroles [Worte und Taten] (1852-1870) und insbesondere das Kapitel: Ce que c’est que l’exil [Vom Exil].
Der emphatische Stil der Komposition und die atmosphärischen Effekte sind besonders repräsentativ für das Werk von François Flameng, der Victor Hugos Werke in den letzten Lebensjahren des Schriftstellers illustrierte. Es kann ihm jedoch eine besondere Annäherungsgabe zuerkannt werden, da François Flameng zu Variationen fähig war und sich den einzelnen Textsorten Victor Hugos genau anpassen konnte. Es ist folglich schwierig, auf der Grundlage dieser einzigen Zeichnung das gesamte Werk beurteilen zu wollen. Deshalb werden die anderen Zeichnungen nach und nach ausgestellt werden.

Trotzdem ist sie durchaus repräsentativ für die Vorstellung, die sich ein Großteil der Bevölkerung von diesem Schriftsteller, Politiker und Familienvater machte. François Flameng drückt in dieser Zeichnung das Bild aus, das Victor Hugo zu seinen Lebzeiten der Öffentlichkeit vermitteln wollte - hier als Kapitän Harvey, dessen Tod ihn tief rührte, da er sich diesem Engländer innerlich verwandt fühlte. (Die Zeichnung ist einige Monate nach dem Tod Victor Hugos entstanden).

Durch den düsteren Nebel sahen wir die schwarze Gestalt im Meer versinken. Soll er hier vom Exil Abschied nehmen.