Normannische Kreuze in Fécamp zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Fécamp hat viele Gold- und Silberschmiede hervorgebracht, die für eine städtische oder ländliche Kundschaft arbeiteten. In den notariellen Schriftstücken der Stadt (Heiratsverträge oder Inventare nach dem Tode) werden (von 31 Verträgen aus dem Jahre 1814 und 38 aus dem Jahre 1815) 18 Besitzer von Schmuckstücken, Holzkreuzen, Silberohrringen, Silberhaken, einigen goldenen Uhren, einem „Kreuz mit Steinen“ (bei einem älteren Ehepaar) im Werte von 150 Francs zusammen mit einer goldenen Uhr im Werte von 144 Francs erwähnt.

In einem Inventar wird ein „goldenes Kreuz mit Steinen“ im Werte von 30 Francs aufgeführt; in einem anderen aus dem Jahre 1819 wird ein „goldenes Kreuz mit Steinen“ erwähnt, das zusammen mit den dazu passenden Ohrringen 60 Francs wert ist. Eine mit einem Leinenhändler verheiratete Leinenspinnerin besaß ein „goldenes Kreuz mit Halbedelsteinen“, das ein Rouener Kreuz sein könnte, da die Zukünftige Geld hatte! In einem Vertrag von Senneville ist von einem anderen Kreuz mit Steinen die Rede, das einem Mädchen mit einer guten Aussteuer gehörte, die einen Weber heiratete.

Diese Inventare bezeugen, dass die ländlichen Frauen aus der Umgebung von Fécamp eine Vorliebe für Kreuze hatten, die sie aber nur dann mit in die Ehe brachten, wenn sie über eine gute Aussteuer verfügten, da ihr Zukünftiger keine Geschenke machte. Zwischen 1825 und 1850 allerdings erfreuten sich Frauenuhren einer so großen Beliebtheit, dass die Kreuze völlig von der Aussteuerliste verschwinden.