Claude Monet, "Kunstmaler"

Warum schrieb A.-G. Poulain damals folgenden Eintrag in das Inventar des Museums:
"Seerosen, Leinwand von Claude Monet, Kunstmaler, wohnhaft in Giverny bei Vernon"?

Monet war seit langem schon kein einfacher "Kunstmaler" mehr und der Ruf von Giverny reichte weit über die benachbarten Städte hinaus...

Das gerahmte Werk wurde im Museum, das damals im Hochzeitssaal des Rathauses untergebracht war, aufgehängt. 1939 wurde es in die Kirche von Houbec-Cocherel ausgelagert und erst nach dem Krieg kehrte es an seinen Platz zurück.
Seit die Gendarmerie in ein Museum umgewandelt wurde (1983,) wird das Gemälde permanent im Raum der Künstler von Giverny ausgestellt.

Monets Schenkung veranlasste andere Künstler, es ihm gleich zu tun: sein amerikanischer "Schwiegersohn" Theodor-Earl Butler schenkte im folgenden Jahr dem Museum sein Bild Paysage au bord de l’eau [Landschaft am Wasser] (Inv. Nr. 26.3.1). 1964 übergab Michel Monet, der Erbe des Künstlers, der Stadt Vernon Falaises de Pourville, effet de soleil couchant [Felsen bei Pourville, im Sonnenuntergang] (Claude Monet, Inv. Nr. 64.4.1).

Ein Jahr nach Entstehen wurde das Gemälde auf einer Ausstellung der Seerosen von Monet, die der Kunsthändler Durand-Ruel in seiner Pariser Galerie organisiert hatte, präsentiert und ein Jahr später kehrte es erneut nach Paris zurück.
Denn Gustave Geffroy, ein langjähriger Freund des Künstlers und Direktor der Manufacture nationale des Gobelins [Staatliche Gobelin-Manufaktur], wollte von diesem und zwei anderen Bildern der Seerosenserie Wandteppiche herstellen lassen.
Die Gobelins wurden dem Publikum 1913 in Holzeinfassungen von Henri Rapin präsentiert und anschliessend verkauft.

Folglich befindet sich der Wandteppich, für den der Tondo von Vernon als Modell diente, in einer Privatsammlung...