Monets Schenkung...

Wie Falaises à Pourville [Felsen bei Pourville] (Claude Monet, 1896) so ging auch Nymphéas [Seerosen] dank einer Schenkung in die Sammlungen des [Musée Alphonse-Georges Poulain [Museum Alphonse-Georges Poulain]->musee5] ein.

Das Geschenk ist Alphonse-Georges Poulain (1875-1966), einem ehrenamtlichen Konservator des Museums (1922 bis 1966), zu verdanken: vermutlich bat er Claude Monet um eine Schenkung für die Stadt Vernon.
Monet und Poulain, ein einheimischer Künstler und Gelehrter, korrespondierten miteinander bezüglich kleiner Ausstellungen, die letzterer im Departement organisierte und für die ihm der "Meister" bisher keine Werke zugestanden hatte.
Am 28. April 1924 schreibt Monet an A.-G. Poulain " (...) Sie können die für Sie bestimmte Leinwand abholen lassen, wann es Ihnen passt"; daraus geht hervor, dass sich die beiden Männer vorab schon geeinigt hatten. Am folgenden Tag zögert Monet jedoch und bittet um etwas Aufschub: "(...) Sie können dem Bürgermeister versichern, dass das Museum von Vernon ein Gemälde von mir erhalten wird. Ich bitte nur um etwas Zeit, denn ich bin augenblicklich sehr beschäftigt".
(Briefe von Claude Monet an Alphonse-Georges Poulain, 28. und 29. April 1924, Privatsammlung).

Die Schenkung mag ein Beweis dafür sein, wie stark sich der Künstler im Laufe der Zeit mit Vernon verbunden fühlte: hier gingen seine Kinder und Stiefkinder zur Schule, von diesem Bahnhof versandte er viele seiner Werke nach Paris, auf den Kunstmarkt der Hauptstadt...

Über ein Jahr nach diesem Briefwechsel konnte Alphonse-Georges Poulain in Giverny das Gemälde abholen. Allem Anschein nach verlief der Besuch ohne Zwischenfälle, da der "Meister" an jenem Tag ganz besonders liebenswürdig war.