Die Architektur-Keramik

Die kürzlich in dem Rouener Keramikmuseum ausgestellten dekorativen Bilder La Musique [Musik], La Peinture [Malerei] und Les Fleurs [Blumen] wurden in der Fayence-Manufaktur Lœbnitz hergestellt und von Juliette Dupin und Béatrice Beillard - Restauratorinnen der Musées de France - restauriert. Anhand dieser Reliefs können die Museumsbesucher, die meist ornamentale Stücke gewöhnt sind, Keramikkunst unter einem anderen Aspekt entdecken und somit die Vorliebe des 19. Jahrhunderts für Architektur-Keramik besser verstehen. Architektur-Keramik eignete sich für jeden Gebäudetyp und der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Die beiden Bilder Musik und Malerei wurden in Lœbnitz Katalogen als dekorative Architekturbilder angeboten. Sie waren sicherlich zur Dekoration öffentlicher Fassaden bestimmt. Die ersten Exemplare davon waren auf der Weltausstellung von 1884 zu sehen. Sie zeichnen sich durch eine elegante, unter Einblasen emaillierte Farbfläche aus. Dieses Verfahren wurde weiterentwickelt und ist heute unter dem Namen Spritzlackierung bekannt. Die vollständig emaillierten Figuren, die nach Modellen des Bildhauers Allar durchgeführt wurden, heben sich von einem mit Druckmotiven und Weintrauben dekorierten Fliesenhintergrund ab. Die Palette in Malerei und das Cello in Musik sind aus Terrakotta.