Eine gründliche Restaurierung

Da die Bilder seit der Nachkriegszeit in den Kellergewölben des Musée de Rouen aufbewahrt wurden, konnte Feuchtigkeit in die Gipsstruktur gelangen und die tragenden Metallstäbe beeinträchtigen. Durch das Ausdehnen des Metalls wurde der Gips rissig und die Fliesen lösten sich.

Vor dem Abmontieren mit Hammer und Meißel wurden die beschädigten Elemente genauestens identifiziert und mit Klebebändern gehalten. Die Kacheln wurden sorgfältig durchnumeriert und anschließend von dem Gips und den Armaturen gelöst. Sämtliche Elemente (Kacheln und Reliefs) wurden an den Ort der Restaurierung transportiert.

Die seit sechzig Jahren unter schlechten Bedingungen aufbewahrten Keramikbilder waren ungleich stark verschmutzt: im Vergleich zu den emaillierten, besser konservierten Flächen war die unglasierte Paste stark verstaubt. Die Reinigung begann mit der Entfernung von Gipsresten anhand eines Meißels, anschließend wurde eine Hochdruckreinigung durchgeführt.

Nach dem Trocknen wurden die Reliefs auf einem Tisch montiert, um die restaurierungsbedürftigen Stellen auszumachen und die Schwierigkeiten zu identifizieren, die bei der Remontage auftreten können. Beide Reliefs wiesen zahlreiche Splitter und Risse auf, der Geigenbogen auf dem Keramikbild Musik war in zwei Teile zerbrochen.

Die Farbrestaurierung wurde mit Acrylfarben in Zusammenarbeit mit dem Konservator durchgeführt. Nur die auffälligsten Splitter wurden restauriert.

Für die Remontage wurde ein durch Metallwinkel verstärktes Aluminiumgehäuse verwendet. Diese feuchtigkeitsbeständige und ultraleichte Struktur wurde in Hinblick auf ihre perfekte dimensionale Stabilität ausgewählt. Jedes Element wurde anschließend gekittet. Zunächst wurden die zentralen Reliefs, anschließend die einrahmenden Kacheln montiert.

Dank der außergewöhnlichen Qualität der Keramik und des Designs konnten originalgetreue Bilder wiederhergestellt werden.