Ein Krug mit persönlicher Inschrift

Über der Seeszene ist die persönliche Inschrift „Alexander Chancerel Fécamp“ zu sehen.
Persönliche Inschriften sind eine Seltenheit, deshalb handelt es sich offensichtlich um eine Bestellung. Dank eines ausgeklügelten Transferdruckverfahrens - vergleichbar mit dem „Decalomania“ Verfahren - konnten Seeleute ein Tongefäß auswählen, auf das in kürzester Zeit Name, Datum und ein besonderes Motiv gedruckt werden konnten. Das gab den Seeleuten, die nur kurze Zeit im Anlaufhafen verweilten, die Möglichkeit, eine Bestellung aufzugeben.

Gemäß des Stifters handelt es sich bei dem Namen angeblich um Alexandre-Paul Chancerel (1847-1921), einen Hochseereeder in Neufundland und Island, Präsident des Handelsgerichts von Fécamp zwischen 1893 und 1897 und Präsident des Syndicat des armateurs à la grande pêche [Gewerkschaft für Hochseereederei] seit ihrer Gründung im Jahre 1892. Es ist jedoch bekannt, dass Garrison Pottery diesen Dekortyp um 1825 herstellte. Deshalb ist es wahrscheinlicher, dass dieser Krug für seinen Vater Paul-Alexandre (1811-1885) angefertigt worden ist. Der 1846 als „Eisenhändler“ eingetragene Paul-Alexandre wird 1885 auf seiner Sterbeurkunde als „Besitzer und Reeder“ erwähnt. Offensichtlich hatte er einen bedeutenden sozialen Aufstieg genossen.